Beispiele
Beispiele und Fälle
Arbeitskonflikte sind selten einzigartig: Dieselben Muster wiederholen sich in verschiedenen Branchen und Städten. Hier finden Sie häufige Situationen und jeweils die ersten Schritte. Die Antworten lösen den Streit nicht für Sie, helfen aber zu erkennen, auf welche Regel Sie sich stützen und welches Dokument Sie vorbereiten können.
Sammeln Sie zuerst Unterlagen und schreiben Sie die Fakten auf, dann sprechen Sie mit dem Arbeitgeber. Eine ruhige schriftliche Frage klärt die Sache oft ohne Konflikt.
Jede Situation hier ist ein fiktives Beispiel: Dahinter steht kein echter Fall und keine Geschichte einer bestimmten Person. Die Antworten beschreiben allgemeine Regeln des russischen Arbeitsgesetzbuchs; Ihren Fall anhand der Unterlagen beurteilen kann eine Anwältin, ein Anwalt oder die Arbeitsinspektion. In anderen Ländern gelten andere Regeln – prüfen Sie dort Ihr eigenes Recht oder fragen Sie eine Beratung vor Ort.
Situationen
Häufige Muster und womit Sie jeweils beginnen.
Ich arbeite schon, aber der Vertrag ist nicht unterschrieben
Der Arbeitgeber muss den Arbeitsvertrag spätestens innerhalb von drei Arbeitstagen ab dem Tag, an dem Sie tatsächlich zur Arbeit zugelassen wurden, schriftlich ausfertigen (Art. 67 des russischen Arbeitsgesetzbuchs). Erinnern Sie schriftlich daran und bitten Sie um Ihr Exemplar. Bewahren Sie parallel alles auf, was Ihre Arbeit belegt: Ausweis, dienstliche Nachrichten, Dienstpläne, Aufgaben. Zieht sich die Ausfertigung hin, können Sie sich an die Arbeitsinspektion wenden.
Die Probezeit wurde mündlich verlängert
Die Probezeitklausel steht im Arbeitsvertrag, und ihre Dauer ist begrenzt: höchstens drei Monate, für Leiter von Organisationen, ihre Stellvertreter und Hauptbuchhalter höchstens sechs Monate (Art. 70 des russischen Arbeitsgesetzbuchs). Ein mündliches „Wir verlängern die Probezeit“ ändert den Vertrag für sich genommen nicht. Lesen Sie Ihr Exemplar noch einmal und bitten Sie um eine schriftliche Erklärung, auf welcher Grundlage die Frist verlängert wird.
Der Lohn kommt nur einmal im Monat
Nach Art. 136 des russischen Arbeitsgesetzbuchs wird der Lohn mindestens jeden halben Monat gezahlt. Den gesamten Lohn nur einmal im Monat zu zahlen, entspricht dieser Regel nicht. Fragen Sie den Arbeitgeber schriftlich nach den Zahlungsterminen und gleichen Sie sie mit den Lohnabrechnungen ab; bleibt eine Antwort aus, wenden Sie sich an die Arbeitsinspektion.
Der Urlaub wird ohne Zustimmung verschoben
Die Urlaubstermine ergeben sich in der Regel aus dem Urlaubsplan, und eine Verschiebung wird normalerweise mit den Beschäftigten besprochen und schriftlich festgehalten. Bitten Sie um eine schriftliche Begründung und schlagen Sie vor, neue Termine abzustimmen. Der Urlaub selbst steht Ihnen gesetzlich zu: Der jährliche bezahlte Grundurlaub beträgt 28 Kalendertage (Art. 115 des russischen Arbeitsgesetzbuchs).
Beim Ausscheiden wurde die Schlusszahlung nicht geleistet
Alle Beträge, die Beschäftigten zustehen, müssen am Tag der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt werden (Art. 140 des russischen Arbeitsgesetzbuchs). Bitten Sie um die Lohnabrechnung für den letzten Zeitraum, um zu sehen, was berechnet wurde. Fordern Sie den Arbeitgeber schriftlich zur Zahlung auf und behalten Sie eine Kopie. Ist das Geld weiterhin nicht eingegangen, sind die Arbeitsinspektion oder das Gericht der nächste Schritt.
Statt eines Arbeitsvertrags wird ein zivilrechtlicher Vertrag angeboten
Vergleichen Sie, was von Ihnen erwartet wird. Wird ein konkretes Ergebnis verlangt und entscheiden Sie selbst, wie und wann Sie es erarbeiten, spricht das für einen Werk- oder Dienstvertrag. Arbeiten Sie dagegen nach Dienstplan, unterstehen einer Führungskraft und erfüllen Aufgaben einer Stelle, sind das Merkmale eines Arbeitsverhältnisses. Bedenken Sie, dass beim zivilrechtlichen Vertrag die Garantien des russischen Arbeitsgesetzbuchs nicht gelten: bezahlter Urlaub, Kündigungsregeln, Fristen für die Lohnzahlung. Einen strittigen Fall besprechen Sie am besten mit einer Anwältin oder einem Anwalt.
Lesen Sie auch
- Leitfäden
Leitfäden für Beschäftigte: Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch, der erste Monat und die Probezeit, Urlaub, Eigenkündigung und Warnsignale bei der Einstellung.
- Dokumente
Welche Unterlagen für Beschäftigte zählen: Arbeitsvertrag, Einstellungsanordnung, Lohnabrechnung, Antrag, Beschäftigungsnachweis; und warum Sie Kopien aufbewahren sollten.
- FAQ
Kurze Antworten auf häufige Fragen vor der Einstellung, während der Arbeit und bei der Kündigung durch Beschäftigte.
Quellen
- Arbeitsgesetzbuch der Russischen Föderation – Art. 67, 70, 115, 136, 140
- Föderaler Dienst für Arbeit und Beschäftigung (Rostrud) – allgemeine Erläuterungen
Die Inhalte beruhen auf dem Arbeitsgesetzbuch der Russischen Föderation und beschreiben russisches Recht; in anderen Ländern gelten andere Regeln. Arbeitsrecht ändert sich von Zeit zu Zeit: Gleichen Sie den Artikel mit der geltenden Fassung auf dem offiziellen russischen Portal für Rechtsinformationen ab und wenden Sie sich in einem echten Konflikt mit dem Arbeitgeber an eine Anwältin, einen Anwalt oder die Arbeitsinspektion.